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FAQ

Frequently Asked Questions – Häufig gestellte Fragen

  1. Ist der Kaffee bio-zertifiziert? Wie stellt ihr die ökologische Nachhaltigkeit sicher, wenn die Bauern noch konventionell arbeiten und chemische Pestizide oder Dünger verwenden?

Unser Kaffee ist noch nicht bio-zertifiziert. Wir bewegen uns Schritt für Schritt auf dieses Ziel zu. Die Familie Giraldo, die erste Familie im System, hat damit begonnen, auf ihrer Farm ökologische Anbaumethoden einzuführen. Diese grundlegenden Veränderungen gegenüber den konventionellen Anbaumethoden werden weiter möglich aufgrund von Vertrauensbildung wirtschaftlicher Sicherheit und die Wiederherstellung des sozialen Gefüges welches, wir mit den Familien aufbauen. Damit ist ein großer Schritt in Richtung Bio-Praktiken getan, die offizielle Zertifizierung ist vielmehr eine bürokratische Aufgabe an der wir fest arbeiten. 

  1. Das System scheint sich auf die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen zu konzentrieren. Wie unterstützt ihr mit diesem Ansatz den Erhalt der Umwelt, der Artenvielfalt oder deren Schutz?

Armut und soziale Unsicherheit lässt Menschen nur noch sehr kurzfristig denken. Mit steigender Stabilität wachsen auch die Möglichkeiten, größere Umweltinitiativen mit eigenen und Drittmitteln anzustoßen und zu unterstützen. Einige der aktuellen Maßnahmen sind: pflanzen von Schattenbäumen, die Schaffung einer Kreislaufwirtschaft, um die organischen Abfälle der Kaffeeproduktion zu verwerten, die Erzeugung erneuerbarer Energie durch anaerobe Vergärung und die Aufforstung der Flächen mit standortgerechten Wald. 

  1. Wäre dieses System nicht durch fairen Handel möglich, indem man den Bauern nur dabei hilft, ihre Einkünfte auf Bankkonten zu sparen und monatliche Abhebungsgrenzen schafft? Oder durch die Verbesserung der Mikrofinanzierung und der lokalen Bankinstitute?

Die kulturellen Unterschiede zwischen Bauern und beispielsweise Menschen in Europa sind groß und müssen langsam vermittelt werden. Diese Vermittlung ist nur möglich, wenn Existenzsicherheit und Vertrauen vorhanden sind. Die Bauern haben zum Beispiel keine Bankkonten und sind mit Konzepten wie Vermögensaufbau und monatlichen Abhebungsgrenzen nicht vertraut. Ein monatliches Grundeinkommen schafft hier Kontinuität und Planbarkeit. Zudem ist nicht nur Geld ein wichtiger Faktor, sondern die Bauern brauchen auch Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. 

  1. Transport, Versand und Verpackung von globalen Waren sind allesamt wichtige Anliegen mit enormen Folgen für die Umwelt. Wie könnt ihr den Klimaschutz einbeziehen und gleichzeitig Handelsmuster mit CO2-intensivem Ausstoß unterstützen?

Wir glauben, dass der Klimaschutz darauf ausgerichtet ist, dass jedes konsumierte Gut (jede Tasse Kaffee) eine Form der nachhaltigen Entwicklung unterstützt. Das Ziel? Die Regulierung der Umwelt nach der Biotischen Regulationstheorie der Umwelt (BRET) zu unterstützen. Wir arbeiten daran, unseren CO2 – Ausstoß durch verschiedene Maßnahmen zu reduzieren, wie z. B. Kraftstoff-Reduktion und Fokussierung auf umweltfreundliche Antriebe sowie Energieeffizienz, Ausschuss- und Abfallvermeidung, auch durch Recycling, die Wiederverwendung von Versandmaterial, den natürlich den Schutz und die Wiederherstellung von Ökosystemen in einem Hotspot der Biodiversität: Kolumbien, u.v.m.. Hier sind wir ständig gefordert und konnten auch schon einige logistische Fahrten einsparen oder verkürzen. Letztendlich müssen neben dem Transport auch viele andere Faktoren berücksichtigt werden. So wird durch die Veränderung der Bewirtschaftungsweise auch viel weniger CO2-freigesetzt. Der Verzicht auf Kunstdünger vermindert die Emission von Kohlenstoffdioxid. Eine nachhaltige Bodenbearbeitung fördert den Aufbau von Humus und bindet so CO2 aus der Atmosphäre. Wiederaufforstungen binden ebenfalls dieses Treibhausgas.

  1. Wie stellt ihr sicher, dass ihr genug Geld verdienen könnt, um die Ernte eines Jahres zu unterstützen (d.h. bedeutet dies, dass ihr den Kaffee immer für das ganze Jahr vorverkaufen müsst?)

Ja, idealerweise macht der Vorverkauf der gesamten Ernte das System stabiler. Deshalb ist ein großes Netzwerk von Teilnehmer*innen sehr wichtig und wir laden Menschen ein, sich uns anzuschließen. Schon bald wollen wir unseren Konsumenten auch die Möglichkeit bieten, einen Teil der Ernte und somit ihren Kaffeekonsum vorzufinanzieren.  

  1. Wie stärkt ihr mit diesem System die Klimaresilienz in diesen Gemeinden?

Nachdem sie wirtschaftliche Sicherheit erreicht und Vertrauen gefasst haben, werden die Gemeinschaften mehr Zeit und Ressourcen zur Verfügung haben, um komplexe Systemprobleme anzugehen und klimaresilient zu werden, indem sie die Erhaltung der biologischen Vielfalt, regenerative agrarökologische Praktiken und Schritte in Richtung einer zirkulären (Bio-)Landwirtschaft mit erneuerbaren Energien unterstützen. Die neue finanzielle Sicherheit der Bauern wird es ihnen ermöglichen, besser auf unvorhersehbare klimatische Ereignisse (d.h. Dürren, Überschwemmungen etc.) vorbereitet zu sein. Wir schaffen also für Gemeinschaften, die stark mit dem Land verbunden sind, auf dem sie leben, ein Stück Planungssicherheit.

  1. Bietet ihr auch finanzielle Beratung an und helft ihr den Bauern, die Bankprozesse zu verstehen und mit ihren finanziellen Einkünften umzugehen? Verfügt ihr über einen Mechanismus, der sicherstellt, dass sie vor der Ausbeutung durch Geschäftsbanken geschützt sind?

Das heute unterstützte Sozialprojekt zielt darauf ab, den Analphabetismus in der Region, durch die Förderung der Leidenschaft für das Lesen und für Bücher zu reduzieren. Durch regelmäßiges Lesen soll Analphabetismus verringert werden. Gleichzeitig ist dies der erste Schritt zu kritischen Lesern (im Gegensatz zu funktionalen Lesern), die in der Lage sind, wachsam zu sein und sich selbst vor der Ausbeutung durch große Geschäftsbanken zu schützen. Wir unterstützen diese Art kritischen Denkens, sowohl von Konsumenten, als auch von Bauern. Zudem beraten wir mit Sozialarbeiter*innen vor Ort in finanziellen Fragen wie den Umgang Bankkonten und verwalten die monatlichen Grundeinkommensauszahlungen.

  1. Wie kommt der Kaffee von der Farm zu mir?

Er kommt per Schiff über den Atlantik. Check gerne unsere vertrauensbasierte Lieferkette und hol Dir Infos zur Rückverfolgbarkeit auf unserer Transparenzseite an. 

  1. Wo wird der Kaffee geröstet?

Der Kaffee wird in beiden Ländern je nach Zielland geröstet. Grundsätzlich möchten wir den HILO-Kaffee, ein hochwertiges Produkt, komplett in Kolumbien herstellen. Noch befinden wir uns aber in der Anfangsphase, in der wir Unterstützer*innen benötigen, die unser System sowie auch die Kosten des System annehmen. Um uns in der aktuellen Phase Flexibilität zu bewahren, wird daher noch in Deutschland geröstet. 

  1. Wie ist die Soziale Arbeit organisiert und wie messt ihr euren sozialen Impact?

Wir haben eine Theory of Change entwickelt, die verschiedene Schlüsselindikatoren (KPIs)* enthält, wie zum Beispiel # der Menschen/Familien, die über soziale Projekte (in)direkt beeinflusst werden, # km2 des Gebiets, das von unseren sozialen Projekten abgedeckt wird. Die Sozialarbeit wird von unseren zwei Projektleiterinnen organisiert: Patricia Arroyave und Marta Rojas. Die beiden berichten regelmäßig über ihre Aktivitäten, auf deren Basis wir unsere KPIs erstellen und unseren sozialen Impact messbar machen. Unser Impact ist nicht so leicht greifbar, aber dennoch sehr stark. Bisher hat die erste Familie im Hilo-System (die Familie Giraldo) mit der Kompostierung begonnen und von chemischem Dünger auf selbst hergestellten organischen Dünger umgestellt, einheimischen Wald auf ihrem eigenen Land gepflanzt um die Wasserverfügbarkeit zu erhöhen und erstes eigenes Internet mit Wifi auf ihrer Farm installiert.

*Key-Performance-Indicator (KPI)

  1. Was macht den Kaffee besonders?

Kaffee wird auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten eingestuft, die seine Qualität unter anderem in Bezug auf Geschmack und Aroma misst. Diese Skala wurde von der Specialty Coffee Association of America (SCAA) entwickelt. Ab 80 Punkten gilt der Kaffee als “Specialty Coffee”, was wir mit 84 Punkten erfüllen. Darüber hinaus ist unser Kaffee etwas Besonderes, weil er unser Werkzeug zur Umsetzung der Nachhaltigkeit ist. Qualität erreichen wir durch die stetige Verbesserung das ist für uns ein lebendiger Prozess, an dem alle in der Kette teilnehmen. Die Kaffeebauern und ihre Arbeit stehen im Mittelpunkt, denn nicht nur die Produktqualität und -nachhaltigkeit werden durch das System gefördert, sondern vor allem die soziale Stellung ihrer Beschäftigung. 

  1. Wie lebt ihr eure zentralen Werte?
  1. Vertrauen wird einem geschenkt anstelle es zu erwerben: Es beinhaltet die Annahme, dass jede Person (Produzent*in, Konsument*in, Mitarbeiter*in) in guter Absicht handelt und das Beste tut. Vertrauen zielt auf Sicherheit und Planbarkeit in einer gemeinsamen Kultur ab. Wir stehen zu unseren Worten und Entscheidungen und möchten unseren Partnern und Partnerinnen Sicherheit vermitteln. Wir schenken Vertrauen, um Vertrauen zu erhalten. 
    1. Wir unterstützen Gemeinschaften durch die Förderung einzelner Personen und kleiner Familien über individuelle Verträge, um so den kollektiven Nutzen erhöhen.
  2. Respekt durch Würde anstelle durch Angst: Respekt besteht daraus, das zu tun, was wir sagen und alle Beteiligten gleich zu behandeln bei uns ist niemand mehr oder weniger wichtig. Wir nehmen uns gegenseitig als Individuen wahr, die es verdient haben, jederzeit respektvoll behandelt zu werden. Zum Beispiel: 
    1. Du darfst gegenüber niemandem Macht ausüben. Und niemand gegenüber dir.
    2. Du bist verantwortlich, diese Verantwortung zu akzeptieren und den anderen jeden Tag auf Augenhöhe zu begegnen. 
  3. Empathie anstelle von Mitleid: Empathie in einer Gemeinschaft bedeutet das Verständnis, sich gegenseitig zu helfen, Verantwortung zu tragen, sich gegenseitig zu begleiten, empathisch zu handeln und das Gefühl, dazuzugehören. Zum Beispiel: 
    1. Wir sehen nicht den Berufstitel, den eine Person trägt, sondern den Menschen, der sich dahinter verbirgt. Menschen, die sich diesem Projekt widmen, bringen auch persönliche Probleme mit, was völlig normal ist. Menschen haben Stärken und Schwächen.
  4. Wissensaufbau anstelle von Intelligenz: Jede Erfahrung, die wir erleben, trägt zu unserem Realitätsverständnis bei oder anders gesagt: Durch stetiges Experimentieren bauen wir Stück für Stück auf unseren Erfahrungen auf. Zum Beispiel:
    1. HILO ist ein System, das gemeinsam erlernt und gelebt wird, anstatt es einfach umzusetzen und als “fertig” zu bezeichnen. 
    2. Empirisches Wissen ist genauso relevant wie wissenschaftliches Know How. 
    3. Wissen erschaffen: Unser aktuelles Sozialprojekt fördert die Leidenschaft für das Lesen und für Bücher und bekämpft somit den Analphabetismus. Es ermächtigt Einzelpersonen ihre Umwelt kritisch zu hinterfragen. 
    4. Ganzheitlicher Ansatz: Indem wir Komplexität akzeptieren und Lösungen aus Perspektive der Nachhaltigkeitswissenschaften vorschlagen.
  1. Wie unterscheidet sich HILO vom fairen Handel und von Kooperativen?

Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeitsprozesse in Gang zu setzen. Wir wollen nicht durch das Erhöhen der Kaffeemenge versuchen einen Ausgleich für schlechte Weltmarktpreise zu erzielen (wie bei Kooperativen). Wir möchten ein alternatives System für den Handel mit Kaffee schaffen. Im Gegensatz zu einem etwas besseren Preis im selben Handelssystem (wie Fairtrade), zahlen wir den Kaffeebauern ein monatliches Einkommen, was ihnen wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit gibt.

  1. Was bedeutet „faire“ Löhne?

Es bedeutet Löhne, die von allen an einem Kooperationsabkommen beteiligten Parteien vereinbart werden. Dies ist wesentlich besser als der Status quo (einschließlich des fairen Handels). Wir denken, dass dies das Grundeinkommen ist, das notwendig ist, um über eine zukünftige Zusammenarbeit im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit nachzudenken. Aktuell werden monatliche Löhne bezahlt, aber für die Zukunft streben wir die komplette Integration in ein sozial abgesichertes System an. 

  1. Wie berechnet ihr euren endgültigen Verkaufspreis?

Wir kalkulieren so, dass wir unsere gesamten Kosten unserer Infrastruktur decken und allen am Handel Beteiligten faire Löhne bezahlen sowie auf dem Markt der Kaffeespezialitäten wettbewerbsfähig sind.

  1. Kann ich Hilo-Kaffee in einem normalen Geschäft kaufen?

Ja! Hier kannst du unsere Läden finden, in denen es HILO Kaffee gibt. Ansonsten kannst du auch über unseren Onlineshop bestellen. Wenn du Inhaber/in eines Cafés bist und du unser alternatives System magst, würden wir uns sehr freuen, wenn du uns kontaktierst. 

  1. Wie unterscheidet sich Hilo von den normalen Kaffeevertriebskanälen?
  1. Wir wollen die klassische Lieferkette für Kaffee ändern, bei der viele Zwischenhändler einen großen Teil der Marge einnehmen, aber im Grunde keine Marge mehr für die Kaffeeproduzent*innen übrig bleibt. Deshalb haben wir das Hilo-System geschaffen, das eine direkte Handelsbeziehung zwischen den Bauern und den Verbrauchern und Verbraucherinnen herstellt. Auf diese Weise können wir so viel wie möglich in die Löhne der Bauern für die Nachhaltigkeit sowie in soziale Projekte investieren.
  2. Unser alternatives System basiert auf einer komplexen Systemwissenschaft und verwendet Konzepte aus der Nachhaltigkeitswissenschaft und einer Theorie des Wandels („theory of change”).
  1. Wie kann ich mich an diesem Systemwandel beteiligen?

Du kannst aktiv daran teilnehmen! Zum Beispiel durch den Abschluss eines Kaffee-Abos! Wir wollen Kaffee als Dienstleistung für Nachhaltigkeit anbieten: Eine Möglichkeit ist dabei, die Kaffeeernte mit uns gemeinsam vorzufinanzieren. Du bezahlst einen monatlichen Beitrag und bekommst im Gegenzug monatlich HILO-Kaffee. Durch deine Teilnahme wechselst du vom Kaffeekauf zur Unterstützung eines Prozesses, der nach Nachhaltigkeit strebt. Du kannst auch teilnehmen, indem du einem Freund oder einer Freundin davon erzählst, andere inspirierst oder ehrenamtlich mit uns zusammenarbeitest (Abonniere dazu unseren Newsletter).

  1. Wer gehört zu Hilo in Deutschland und Kolumbien?

In Kolumbien: Die Kaffeebauern, die sozialen Projektleiter*innen und die administrative Unterstützung.

In Deutschland: Die meisten Mitglieder unseres Hilo-Teams sind in Deutschland, viele von ihnen in Leipzig ansässig. 2 Mitglieder sind in Berlin und 1 Mitglied in Hamburg. Wir entwickeln Hilo, verkaufen den Kaffee und bauen Netzwerke zur Unterstützung dieser Initiative auf. Außerdem widmet sich das Team dem Vertrieb sowie der Logistik und dem Fundraising für die sozialen Projekte.

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