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Jardin un Municipio Lector | Das von Hilo unterstützte Bildungsprojekt
Von Patricia Arroyave (übersetzt von Martín Rojas Arboleda)

Warum ist ein Bildungsprojekt, das eine Transformation unterstützt, wichtig?

Das Projekt „Jardín un Municipio Lector“ entsteht aus der Notwendigkeit, das Leseniveau der Gemeinde zu verbessern. Vor allem von Kindern und Jugendlichen, die eine ganzheitliche Ausbildung suchen und zu autonomen, träumenden, kreativen und kritischen Wesen werden wollen.

Es ist notwendig Wissen zu verbreiten, das den Menschen die Werkzeuge zur Verfügung zu stellt, die es ihnen ermöglichen, neue Herausforderungen zu bewältigen und ihr eigenes Leben zu verändern. Nur so wird es möglich sein, den sozialen Wert des Einzelnen zu erhöhen und die kulturelle Identität der Gemeinde zu stärken. Mit anderen Worten: ein starkes soziales Gefüge aufbauen.

Jardín ist eine kolumbianische Gemeinde mit 14.000 Einwohnern, die im Staat Antioquia liegt. Sie ist 224 Kilometer lang, hat eine gebirgige Topographie, drei Thermalböden, eine üppige Vegetation und reichlich Flüsse und Bäche. Heute ist sie aus mehreren Gründen stark gefährdet. Für 98% des Territoriums sind Bergbaukonzessionen beantragt, während sich aufgrund des rasant wachsenden und kaum regulierten Tourismus ein rascher Wandel im Bauwesen und in der Demographie vollzieht.

Kulturelle Transformationen werden aus Wissen gemacht und ihr Medium ist das Lesen. Das Lesen ermöglicht Informationsflüsse, die uns dazu führen, partizipativer und produktiver zu sein, Kriterien zu haben, Meinungen zu generieren, fairer zu sein, die Umwelt in der wir leben zu verstehen und an ihrer Entwicklung und Transformation teilzunehmen.

Es ist eine Priorität, in der Gemeinde Jardín Programme zur Leseförderung und -anregung zu machen, da es absolut keine Aktivitäten gibt, die es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, sich auf angenehme und spielerische Art und Weise dem Lesen zu nähern. Bücher sind teuer und aus diesem Grund haben die meisten Bildungseinrichtungen keine Bibliotheken. Außerdem erschwert das extrem niedrige Einkommen der Bevölkerung den Zugang zu Büchern. Das Schulniveau der Eltern ist niedrig, was es illusorisch macht, dass im Familienalltag Aktivitäten zur Leseförderung umgesetzt werden.

Was macht das Projekt Jardín Municipio Lector?

Das Projekt Jardín, un Municipio Lector, wurde 2004 geboren und lebte in der ersten Phase bis 2011. Dann gab es eine Unterbrechung wegen mangelnder Unterstützung. Damals fand wöchentlich die „Literarische Tertulia: Había una Vez“ statt, die sich an Jugendliche und Erwachsene richtete. Ein weiteres Programm: „La hora del cuento“ (die Erzählstunde) richtete sich an die gesamte Bildungsgemeinschaft sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, insgesamt wurden 21 monatliche Sitzungen abgehalten. Zusätzlich realisierte das Projekt auch die wöchentliche Radiosendung „Geschichten und weitere Geschichten“ (historias y más historias), die sich an Bauern, Hausfrauen, Tischler und Menschen verschiedener Berufe richtete. Eine andere Sendung mit dem Titel „El rincón del Libro“ (die Bücherecke) versuchte, den Schulen auf dem Land Sammlungen von mindestens 50 Büchern zur Verfügung zu stellen. Ergänzend dazu waren die „Reisekoffer“ (maletas viajeras) Sammlungen von Büchern, die von allen Schulen der ländlichen Gebiete als Leihgabe ausgeliehen wurden und es gab unter anderem auch Lesungen von Gedichten. All diese Arbeiten wurden mit der Unterstützung der lokalen Verwaltungen durchgeführt, die 2011 auslief.

Im Jahr 2017 beginnt ein Prozess der Wiederbelebung des Projekts, jetzt mit der Teilnahme einer Gruppe von Freiwilligen aufgrund der Bitte des Elternbeirats einer lokalen Bildungseinrichtung. Zusätzlich wird mit einem wirtschaftlichen Beitrag der Familie Restrepo Restrepo das Ziel verfolgt, ein Leseprogramm an den 4 Standorten der Bildungseinrichtung San Antonio im Stadtteil Jardín zu entwickeln. Durch Hilo beginnt sich eine Lesekommune wieder auf 2 ländliche Schulen auszudehnen und wir hoffen, sehr bald wieder eine vollständige Abdeckung zu erreichen. Deshalb ist deine Unterstützung von Hilo für dieses Projekt sehr wichtig.

Zurzeit werden in den Schulen Moisés Rojas, Jahel Peláez, Caperucita Roja und Liceo San Antonio campi Lesesäle und eine Bibliothek eingerichtet; und die Studenten werden von einer Gruppe von Freiwilligen betreut. „La hora del cuento“ wird in den ländlichen Vierteln Morro Amarillo und Alto de las Flores sowie an den 4 Orten des Stadtteils Jardín abgehalten. Darüber hinaus wurde mit den Kindern der Jahel-Peláez-Schule ein „Workshop für kreatives Schreiben“ begonnen und mit den Kindern der Schule von Moisés Rojas findet ein „literarisches Treffen“ statt. Eine weitere Aktivität ist eine „Buchmesse“, die jedes Jahr im Haupt- oder Zentralpark der Gemeinde abgehalten wird, um das Lesen in der breiten Öffentlichkeit zu fördern und nach Mitteln zu suchen, um Bücher für Institutionen zu kaufen. Dort werden dann Allianzen mit öffentlichen und privaten Unternehmen usw. gesucht.

Was sind die Erwartungen an das Projekt?

Es wird erwartet, dass dieses Projekt Schulen in städtischen und ländlichen Gebieten mit guten Buchbeständen versorgen wird. Ein weiteres Ziel ist es, Lehrer und Eltern zu aktiven Leseförderern auszubilden. Außerdem sollen junge Menschen ausgebildet werden, die sich dem Projekt als ehrenamtliche Bibliothekare und Leseförderer anschließen.

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